Elmotherm® H 71

Elmotherm® H 71 ist ein lösemittelhaltiger Tränklack auf der Basis eines modifizierten Esterimides. Das Produkt besteht aus dem polymeren Bindemittel, dem sogenannten Festkörper, und einem Lösemittelgemisch. Zum Verdünnen des Lackes steht die Verdünnung 217 zur Verfügung.
Beschreibung

Elmotherm® H 71


Der Tränklack und die Verdünnung entsprechen den Richtlinien 2011/65/EU, 2003/11/EG und 2006/121/EG, deren Rohstoffe sind nach der Richtlinie 1907/2006/EG (REACH) vorregistriert. Die Produkte enthalten rezeptmäßig keine Stoffe gemäß Art. 57/Anex XIV 1907/2006/EG vom 09.10.2008 (SVHC).


Anwendungsgebiete
Elmotherm® H 71 wird sowohl in der Fertigung als auch für die Reparatur im Elektromaschinenbau eingesetzt, z.B. für

 

  • Zentrifugenmotoren
  • Transformatoren
  • Generatoren
  • Antriebe im Bergbau
  • Antriebe auf Schiffen


Formstoffeigenschaften
Der lederartig-feste Formstoff zeigt nach der Trocknung eine gute Chemikalienbeständigkeit und eine hohe thermische Belastbarkeit. Aufgrund eines Temperaturindexes von 180-200 (nach UL) kann Elmotherm® H 71 für Maschinen der thermischen Klasse H (180 oC) eingesetzt werden. Unter der File-No. E 73 288 wurde dieser Tränk- lack bei UL (Underwriters Laboratories, USA) registriert.Eine Abnahme des Härtegrades allgemein gebräuchlicher Lackdrähte tritt bei sachgemäßer Tränkung der Bauteile nicht auf.


Lagerfähigkeit
Elmotherm® H 71 und die Verdünnung 217 sind, bei sachgerechter Lagerung, vor Feuchtigkeit und direkter Sonneneinstrahlung geschützt, im ungeöffneten Liefergebinde 12 Monate lagerfähig.


Auslaufzeit (Viskosität)
Die Auslaufzeit des Elmotherm® H 71 wird mit dem ISO-Auslaufbecher (6 mm) gemessen, der Lack ist im Anlieferzustand gebrauchsfertig. Durch den Verlust von Lösemittelanteilen, z.B. bei erhöhten Umgebungstemperaturen oder bedingt durch die Art der Anwendung, bedarf es von Zeit zu Zeit einer erneuten Einstellung der Auslaufzeit durch die Zugabe der Verdünnung 217.


Verarbeitungsverfahren
Die Verarbeitung des Elmotherm® H 71 kann mit den im Elektromaschinenbau üblichen Tränkverfahren, wie Tauchen, Tauchrollieren oder Überfluten, erfolgen. Eine Vakuumverarbeitung ist grundsätzlich möglich, hierbei sollten jedoch 25-30 mbar nicht unterschritten werden, um zu starken Lösemittelentzug und damit eine Beeinträchtigung des Eindringvermögens zu vermeiden. Elmotherm® H 71 wird durch Fremdstoffe wie z.B. Stanzfette, Öle, Gleitmittel oder Grundierungen praktisch kaum beeinflusst. Das Tränkgut sollte dennoch möglichst sauber sein, um einen einwandfreien Verlauf des Lackfilmes und eine sichere Durchtrocknung zu gewährleisten. Nach dem Tränken erfolgt das Abtropfen während 15-45 Minuten, anschließend, von Raumtemperatur ausgehend, die Trocknung im Umluftofen. Dieses erfordert zunächst den Frischluftbetrieb, um die abdampfenden Lösemittel der Abluft, bevorzugt einer Nachverbrennung, zuzuführen. Nach dem Umschalten auf Umluft wird die eigentliche Trocknungstemperatur erreicht, auf die sich die angege- benen Trocknungszeiten beziehen. Um den Zeit- und Energieaufwand besser bemessen zu können, sollten die Aufheizkurven der zu tränkenden Objekte bereits vorher bekannt sein. Generell empfiehlt sich eine Zwei-Stufen-Trocknung, um ein sicheres Entfernen der Lösemittel zu gewährleisten. Dieses gilt in besonderem Maße für große Objekte und solche mit kompliziertem Wicklungsaufbau. Als Richtwert für die 1. Stufe sind 2-4 h bei 120 oC anzusehen. Bei einer möglichen 2. Tränkung kann dann auf diese erste Stufe verzichtet werden. Zu beachten ist der Inhalt des Sicherheitsdatenblattes für den Tränklack und die Verdünnung.